Die Burgunder
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Die Burgunder

Die Heimat der Burgunder ist Skandinavien. Lange Zeit waren sie auf der Ostseeinsel Bornholm ansässig gewesen. Noch im 13. Jahrhundert wurde die Insel Burgundarholm genannt.

Im 2. Jahrhundert gingen sie auf Wanderschaft. Vielleicht waren Klimaveränderungen, Mangel an Weideplatz und Überbevölkerung die Ursache. Es begann damals überhaupt die Periode der sogenannten Völkerwanderung. Auch andere Stämme setzten sich in Bewegung, um neues Land zu besiedeln wie z.B. die Goten, Vandalen, Alanen usw. Zunächst drangen die Burgunder in die Flussmündungen von Oder und Weichsel, später über Netze und Warthe bis zum Weichselbogen und waren auch in Schlesien und Brandenburg ansässig, was Ausgrabungen bestätigen.

Zeitweise mussten sie sich in harten Kämpfen behaupten. In einer Schlacht mit den Gepiden mussten sie eine harte Niederlage hinnehmen. Daraufhin wanderten einige Stämme nach Südosten bis zum Schwarzen Meer. Im 2. nachchristlichen Jahrhundert wanderte dann der Hauptstamm der Burgunder Richtung Westen. Andere Stämme blieben an Oder und Weichsel. Nach manchen Umwegen kamen sie in die Maingegend. Hier kamen sie in Konflikte mit den Alemannen, die sich wegen der Salzvorkommen bei Schwäbisch Hall niedergelassen hatten.

Im 4. Jahrhundert schließlich, als die Weltmacht Westrom langsam an Stärke verlor, kam die Angst auf bezüglich der Unruhen in Ost- und Mitteleuropa, durch die Völkerwanderung bedingt. Jetzt drohen Hunnen und Germanen an Rhein und Donau in das verbliebene Reich einzudringen. Einerseits mit Diplomatie, andererseits mit seinen Legionen, versuchte Rom der Lage Herr zu werden.

Zur Sicherung seiner Grenzen nutzte Rom die Feindschaft wollte man die Alemannen in Schranken halten. Doch der Schrecken Roms war groß, als die Burgunder mit einer großen Heeresmacht 369 n. Chr. den Rhein erreichten. Sie schoben sich allmählich auf Kosten der Alemannen immer weiter nach Westen vor, und schließlich, gemeinsam mit Vandalen, Alanen und Sueben durchstießen sie am 31.12.406 die Rheinlinie. Dies war von historischer Tragweite.

Schließlich wurden die Burgunder in die römische Förderation aufgenommen. Nach einem Vertrag mit Kaiser Konstantin III. mussten sie zur Reichsverteidigung beitragen. Nach einem zeitgenössischen Beleg wurde Ihnen als Wohngebiet ein Teil des östlichen Galliens zugewiesen. Und dies war der Anfang des Burgunderreiches am Mittelrhein, von dem Worms die Hauptstadt gewesen sein soll. Dieses Reich bestand aber höchstens von 413 bis 436 n. Chr. Die Burgunder mussten zwei verheerende Niederlagen hinnehmen. Zuerst in einer Schlacht mit den Römern und schließlich mit den Hunnen. Danach wurden die Reste der Stämme nach Süden umgesiedelt. Später war Lyon die Hauptstadt eines neuen Burgunderreiches.

Dass unser Gebiet im Einzugsbereich von Worms von Burgundern besiedelt war, belegen viele Funde. 1934 wurde bei Rosengarten ein Gräberfeld freigelegt, das auf eine burgundische Ansiedlung hinweist. In 56 Gräbern wurden Urnen und Skelette festgestellt. Man fand bei Lampertheim Schüsseln, Schalen, Urnen, Beile, Fibeln, Becher, Ringe, Pfeilspitzen, Schwerter, Glasperlen und anderes mehr.

Belegt ist auch, dass zu dieser Zeit ein König Gundahar, der Gunther der Sage, regierte. Er stammte aus dem Geschlecht der Gibiche. Er war keinesfalls der weichliche Regent, wie er aus dem Nibelungenlied hervor geht, sondern eine starke Persönlichkeit, die sein Volk weise inmitten zahlreicher Feinde führen musste.

Nach dem Epos lebte Gunther mit seinem Brüdern Gernot und Giselher, sowie seiner Schwester Kriemhild zu Worms. Dorthin kam schließlich Siegfried, der Königsohn aus Xanten am Niederrhein, gezogen und nahm sich später Kriemhild zur Frau. Dann kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Königinnen Kriemhild und Brunhild und letztendlich führte dies zur Ermordung Siegfrieds durch Hagen, einen Onkel Gunthers. Der König hatte in den Mordplan eingewilligt. Und so wurde eine Jagdveranstaltung zu Kulisse dieser schrecklichen Tat.

Der spätere Zug eines burgundischen Heeres nach Ungarn, wo in der Etzelburg schwere Kämpfe stattfanden und schließlich die burgundischen Ritter alle umkamen, dürfte der Dichtung zugewiesen werden. Tatsache aber ist, dass König Gunther und sein recht großes Heer 436 n. Chr. von den Hunnen bis auf den letzten Mann niedergemacht wurde. Der Hunnenkönig Attila (Etzel) war wohl nicht dabei gewesen, wird aber den Befehl erteilt haben. So ist es wahr, dass die gesamte Armee vernichtet wurde, aber an einem anderen Ort.

Danach fand die Umsiedlung des restlichen Volkes durch die Römer statt. Die Burgunder fanden einen neuen Lebensraum in der Sapaudia, am Genfer See und an der Rhone.

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